Blackberry Bold 9900: Das Flaggschiff von RIM im Test

Blackberry Bold 9900: Das neue Flaggschiff von RIM im Test

Der Blackberry Bold 9900 ist nun als Nachfolger des Blackberry Bold 9780 auf dem deutschen Markt erhältlich. Wir von www.DSLundMobilfunk.de haben vom kanadischen Hersteller RIM produzierte Smartphone und Businesshandy einem ersten eigenenTest unterzogen. Neben dem Smartphone selbst war für uns natürlich auch das neue Betriebssystem Blackberry OS 7 von Interesse.

Der Blackberry Bold 9900 ist auf den ersten Blick gut, wobei nun endlich die Rückseite nun glatt ist und nicht mehr wie bei den meisten Vorgängern mit Kunstleder belegt ist. Offensichtlich beim Apple  iPhone 4 und dem iPhone 4S abgeschaut ist nun der Metallrahmen, bei dem die Ecken allerdings deutlich mehr abgerundet sind als bei den beiden Konkurrenten von Apple.

DISPLAY&Touchscreen

Das Display des Blackberry verfügt über jetzt über eine Diagonale von 2,8 Zoll (7,11 Zentimeter) und VGA-Auflösung. Zudem ist der Monitor – erstmals bei einem Blackberry-Bold-Modell – berührungsempfindlich. Die Darstellung von Texten und Grafiken auf dem Touchscreen sind überraschenderweise gut, wobei die Konturen sehr scharf ausfallen.

Im Vergleich zu den Mitbewerbern von Apple und Samsung zeigt das aktuelle Blackberry Smartphone  beim Surfen im Internet leider Schwächen, denn der Monitor ist dafür einfach zu klein. Jedoch lässt sich per Klick auf das Trackpad des Blackberry die aktuell benötigte Textspalte aufzoomen, was dann die Lesbarkeit doch deutlich verbessert. Auch das Zoomen per Multitouch-Geste auf dem Display wird unterstützt.

Der zum Betriebssystem zählende Browser reagiert schnell auf Eingaben und auch die angeforderten Internet-Inhalte werden – je nach Internet-Zugang – recht schnell geladen. Schon für das Blackberry OS 6 hatte RIM seinen einst kaum brauchbaren Web-Browser deutlich nachgebessert. Nun wurden Performance und Darstellung abermals optimiert. Das gefällt uns.

Die wohl nachwievor wichtigste Eigenschaft der Blackberry-Smartphones – immerhin hat dies einst den Siegeszug ausgemacht – ist der zum Betriebssystem gehörende E-Mail-Pushdienst. Ist zwar mittlerweile bei jedem Smartphone Standard, aber Blackberry zeichnet sich hier durch eine hohe Datenkompression aus. Zudem verbraucht das Handy weniger Akku-Kapazität bei permanent aktivierter Push-Funktion als viele Geräte von Mitbewerbern.

Die UMTS- und HSPA-Unterstützung, ein helles Farb-Display und diverse Multimedia-Features sorgen allerdings dafür, dass auch ein Blackberry heutzutage nicht mehr mehrere Tage aktiven Betrieb durchhält, ohne den Akku nachzuladen. Beim Blackberry Bold 9900 kamen wir je nach Nutzung auf eineinhalb bis zwei Arbeitstage. Danach musste das Smartphone ans Ladekabel. Man ist anderes von Blackberry gewöhnt.

Einen guten Eindruck hinterlässt die QWERTZ-Tastatur des aktuellen RIM-Flaggschiffs. Die Tasten sind leider etwas weich, haben aber einen eindeutigen Druckpunkt und nach kurzer Zeit der Eingewöhnung lassen sich auch längere Texte recht schnell schreiben.

Die Telefonschnittstelle des Blackberry Bold 9900 hinterläßt bei uns ein guten funktionalen Eindruck. So hält das Blackberry Smartphone auch bei schwacher Abdeckung die Verbindung zum Mobilfunknetz. Ein klarer Vorteil in ländlichen Gegenden, wo die Netzabedckung leider immer noch zu wünschen übrig läßt. Die Sprachqualität ist generell gut – ausgenommen in den Schwachfunk-Gebieten.

Der aktuelle Blackberry Bold ist insgesamt etwas größer als seine letzten Vorgänger 9700 und 9780 und liegt dadurch nicht mehr ganz so gut in der Hand. Die gut funktionierende Tastatur läßt uns aber guten Gewissen drüber hinwegsehen. Übrigens: Mit knapp 130 Gramm ist das Telefon immerhin noch 10 Gramm leichter als das iPhone 4S. Schau an….
RIM setzt auch beim Blackberry Bold 9900 auf einen Single-Core-Prozessor, der mit immerhin 1,2 GHz getaktet wird und über768 MB Arbeitsspeicher sowie 8GB internen Speicherplatz verfügt. Dies führt dazu, das das Smartphone schnell auf Eingaben reagiert.

Ca. 1,8 GB wird für das Betriebssystem und die vorinstallierten Anwendungen benötigt. Somit stehen immer noch rund 6,2 GB für Anwendungen und Daten zur Verfügung. Das sollte ausreichen, zumal der Nutzer die Möglichkeit hat, Daten auf eine (allerdings nicht im Lieferumfang enthaltene) microSD-Speicherkarte auszulagern, welche bis zu 32 GB Volumen haben darf.

Eher durchschnittlich arbeitet die integrierte 5-Megapixel-Kamera, die neben Fotos auch HD-Video-Aufnahmen im Format 720p erlaubt. Abseits dessen gibt es für Multimedia-Fans noch einen Musik- und Video-Player, einen Bild-Betrachter und einen Podcast-Client. Ferner steht der Amazon-MP3-Store zur Verfügung.

NFC ja, WLAN-Hotspot nein, Vorinstalliert sind die Anwendungen für Facebook und Twitter, der Blackberry Messenger ,eine Sammel-App für Social Feeds, Windows Live Messenger, der Yahoo! Messenger und Google Talk

Weitere Features sind YouTube und die Karten-App, die Demo-Version der Office-Software Documents-to-go und Blackberry Protect. Über die Blackberry AppWorld lassen sich beliebige weitere Anwendungen installieren. Hier werden vom iPhone oder von Android-Smartphones verwöhnte Nutzer allerdings enttäuscht sein, dass so manche Anwendung für den Blackberry noch nicht zur Verfügung steht.

Unübersichtliches Hauptmenü

Das Hauptmenü des Blackberry Bold 9900 – wie auch von anderen Smartphones mit Blackberry OS 7 – wirkt insgesamt leider etwas unübersichtlich. Es gibt verschiedene Ansichten für alle Apps, Favoriten des Nutzers, Medien-Anwendungen, Downloads und häufig genutzte Features. Allerdings wechselt man im alltäglichen Betrieb oft über das Trackpad auch versehentlich zwischen den verschiedenen Desktops.

Apps lassen sich auch in Ordnern gruppieren, nicht benötigte Features können ausgeblendet werden. Ein Blackberry-Fan wird sich aber – da er von früheren Geräte-Generationen die Grundstruktur kennt – nach kurzer Zeit heimisch fühlen. Wer dagegen vom iPhone, Android-Handy oder Windows Phone kommt, wird einige Zeit benötigen, bis er mit dem Bedienungskonzept zurechtkommt.

Schade ist der beim Blackberry nach wie vor fehlende WLAN-Hotspot, mit dem der Nutzer bei Bedarf kurzerhand ein Tablet, Netbook oder Notebook online bringen könnte. Dies können wir leider nicht nachvollziehen, warum RIM es auch bei diesem Modell nicht geschaftt hat, W-Lan unterzubringen, denn RIM hatte dieses Feature für die aktuelle Geräte-Generation und für Blackberry OS 7 eigentlich angekündigt.

Denn gerade auch im Zusammenspiel mit dem Blackberry Playbook hätte sich die WLAN-Hotspot-Funktion doch regelrecht angeboten. Bislang war es nicht zu klären, warum RIM dieses Feature den Nutzern weiterhin vorenthält. In frühen Screenshots von Blackberry OS 7 war der entsprechende Menüpunkt noch zu sehen.

Ohne Vertrag ist der Blackberry Bold 9900 zu Preisen ab etwa 460 Euro zu bekommen. Mit Vertrag gibt es das Smartphone bei unserem Partner Vodafone mit Vertrag zu Preisen ab 59,95 Euro .

Fazit:

Der Blackberry Bold 9900 ist aus unserer Sicht ein würdiger Nachfolger für die bisherigen Bold-Modelle 9000, 9700 und 9780. Immerhin steht nun auch ein Touchscreen inklusive Multitouch zur Verfügung und kann endlich als Reaktion auf diesen technologischen Trend der Mitbewerber verstanden werden. Blackberry Fans werden sich aber auch über die nachwievor vorhandene, gut funktionierende Tatstatur freuen.

Den bekannten und vertrauten Business-Funktionen hat RIM nun auch umfangreiche Multimedia-Features an die Seite gestellt, so dass der Blackberry nun nicht nur im Geschäftsleben für den schnellen E-Mail-Austausch oder das Bearbeiten von Dokumenten taugt. Das Smartphone sorgt zusätzlich für Unterhaltung. Ob dies für Blackberry neue Käufergruppen erschließt gilt es zu beobachten.

Allerdings hat gerade die jüngste Vergangenheit die Probleme und Schwächen der Blackberry Plattformen etc. gezeigt. Denn fallen die RIM-Server einmal aus, so eignet sich selbst der beste Blackberry nur noch zum Telefonieren – für viele Geschäftskunden ein Graus. Hier liegt auch das Krisenpotential für RIM, denn hier trifft es das HauptKlientel des Blackberry.

Eine weitere Schwäche ist die gegenüber iOS und Android immer noch deutlich kleinere Anzahl an Apps. So gibt es die viel diskutierte Tagessschau-App der ARD auch für den Blackberry. n-tv ist ebenfalls vertreten. Wer jedoch nach Angeboten von ZDF oder Sport 1 Ausschau hält, sucht in der AppWorld vergeblich.

Alles in Allem: Blackberry hat mit diesem Gerät gezeigt, das es mehr kann als reine Business Smartphone’s herzustellen. Insofern ist dieses Gerät mit kleinen Abstrichen einen Kauftipp wert.

Euer Team von www.DSLundMobilfunk.de

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